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fundkorb.de - die Pilzadresse im Rhein-Main-Gebiet 


Nächster Exkursionstermin: Sonntag, 18. August 2019

Näheres unter >>>Termine


Pilzkundliche Exkursionen im Frankfurter Stadtwald am Sonntag, 8. September 2019

Auch in diesem Jahr bietet das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt wieder die seit Jahrzehnten beliebten und kostenlosen Wanderungen an. Info >>>Termine


 Melanoleuca substrictipes.01.jpg

Den Weißen Almenweichritterling Melanoleuca substrictipes kann man auch im Flachland finden, zum Beispiel an einem Waldwegrand in der Rhein-Main-Ebene. Zwischen Dietzenbach und Rodgau wuchsen hier während der ersten Maiwoche gleich Dutzende!


Arrhenia retiruga 01.jpg

 Adermooslinge sind seltene Pilze in einer wenig beachteten Gattung. Möglicherweise ist die vermutete Seltenheit des hier abgebildeten Schüsselförmigen Adermooslings Arrhenia retiruga auf die geringe Größe von maximal 1 cm und die Unauffälligkeit seiner Fruchtkörper zurückzuführen. In der Rhein-Main-Ebene konnten im Raum Dietzenbach etliche Fundstellen ausgemacht werden, vor allem in milden Wintermonaten. Mehr über diesen interessanten Pilz >>>.


 Hypoxylon multiforme 01.jpg

Kennen Sie diesen Pilz? Er heißt Jackrogersella multiformis. Jedenfalls lt. Index Fungorum und seit 2017. Verbrochen haben diese Umbenennung die Herren L. Wendt, Kuhnert & M. Stadler in Wendt, Sir, Kuhnert, Heitkämper, Lambert, Hladki, Romero, Luangsaard, Srikitikulchai, Persoh & Stadler, Mycol. Progr.: 10.1007/s11557-017-1311-3, 24 (2017). Unter Jack Rogers findet sich im Internet nichts weiter als eine Firma mit diesem Namen, die Damenschuhe und -sandalen vertreibt. Mir vertreiben solche und andere Umbenennungen wie Neo-/Butyri-/Calo-/Cyano-/Rubroboletus allmählich den Spaß an der Mykologie. Bei den Dickröhrlingen steht jetzt fast jede Art in einer eigenen Gattung und wenn die Auswahl an voransetzbaren Vorsilben erschöpft zu sein scheint, müssen Kreationen wie "Imperator" (für den Ochsenröhrling) her. Ich erinnere mich, dass man innerhalb von Gattungen früher mal mit Sektionen für Ordnung gesorgt hat.

Übrigens: es ist die Vielgestaltige Kohlenbeere, die früher mal Hypoxylon multiforme (Fr.) Fr. hieß und in jedem Birkenbestand zu finden ist.


 Crepidotus cesatii var. spaerosporus.jpg

Unser Neujahrspilz war das Kugelsporige Stummelfüßchen Crepidotus cesatii var. sphaeroporus. Es wächst zur Zeit in den Wäldern in der Rhein-Main-Ebene massenhaft an Buchenästchen und -zweigen. Die Bestimmung von Stummelfüßchen ist nicht ganz einfach. Ohne Mikroskop geht da nur wenig.  (Fotos: D. Gewalt)


 


Hypholoma subericaeum 01.jpg

Das Jahr 2018 war im Rhein-Main-Gebiet das trockenste seit Beginn der Wetteraufzeich­nungen. In der Rhein-Main-Ebene südlich von Frankfurt gab es von März bis einschließlich November nur 5 Tage mit mehr als 10 mm Niederschlag. Die Folge: Teiche und Weiher hatten extrem niedrige Wasserstände, in Randbereichen waren normalerweise überflutete Flächen oft meterweit trocken gefallen. In diesen sumpfartigen Bereichen erschienen mitunter Pilze, die man sonst an Teichrändern nie zu sehen bekommt. Ein solches Beispiel war ein Massenvorkommen des Teichrand-Schwefelkopfes am 17. November am Maunzenweiher im Frankfurter Stadtwald. Es handelt sich um eine sehr seltene Art, die in Roten Listen geführt wird. Näheres zu diesem Fund >>> Hypholoma subericaeum  (Foto: D. Gewalt)


Leucocoprinus cepistipes 01.jpg

Mitten in Frankfurt am Main, in einem Pflanztopf mit Bambus vor einem Wohnhaus, wurde dieser hübsche Pilz gefunden. Da er für einen Schirmling der Gattung Lepiota gehalten wurde, blieb er lange unbestimmt. Jetzt hat er einen Namen. Es handelt sich um den Zwiebelfüßigen Faltenschirmling Leucocoprinus cepistipes, eine weltweit verbreitete, aber nur in den Tropen häufigere Art. In Deutschland ist sie sporadisch in Gewächshäusern oder Blumentöpfen und nur wenige Male im Freiland gefunden worden. Die Art ist mit dem etwas häufigeren und bekannteren Gelben Faltenschirmling verwandt. (Foto: Börries Götsch)


Colus hirundinosus.jpg

Auf den ersten Blick könnte man an den Roten Gitterling Clathrus ruber denken, aber mit dem hier abgebildeten Pilz haben wir es mit einem Exoten zu tun, den wir in Thailand gefunden und fotografiert haben. Einen deutschen Namen haben wir nicht für ihn, mit seinem wissenschaftlichen heißt er Colus hirudinosus. Wie andere Neomyzeten könnte er eines Tages auch bei uns auftauchen. Bis in den europäischen Mittelmeerraum hat er es schon geschafft. Mehr Informationen über diese attraktive Art in unserem Fundkorb-Beitrag.


Schleimpilze (Myxomyceten) beeindrucken durch ihre erstaunliche Formenvielfalt. Genau genommen sind sie keine Pilze, sondern amöbenartige einzellige Lebewesen, die sich kriechend fortbewegen und wie Tiere fressen. In ihrem letzten Lebensstadium verwandeln sie sich in sporenbildende Fruchtkörper, um sich wie Pilze fortzupflanzen. Ihre erstaunliche Schönheit erschließt sich dem Betrachter meist erst mit Hilfe einer Lupe. Sie auf Artebene sicher zu bestimmen ist nicht einfach und nur mit reifen Fruchtkörpern möglich. Norbert Kühnberger hat eine Vielzahl von ihnen dokumentiert und fotografiert. Die hier gezeigte Auswahl vermittelt einen faszinierenden Einblick in ihre verborgene und wenig beachtete Welt. 
 

Einblicke in die faszinierende Welt der Pilze - die Fundkorb-Fotoshow



Mit der Lupe Minipilzchen entdecken

Wer den Faulbaum (Rhamnus frangula) erkennt und einen auffallend attraktiven Rostpilz darauf entdeckt, kann diesem gleich einen Namen geben: es ist der Kronenrost Puccinia coronata.

Puccinia coronata.jpg

Er wird als unverwechselbar bezeichnet. Seine Schönheit ist allerdings nur mit der Lupe zu erfassen. Für unverbesserliche Mykophagen (Pilzesser) sei der Hinweis hinzugefügt, dass es sich nicht um einen Speisepilz handelt.

Lophodermium petiolicola.jpg

Auch Spaltlippen eignen sich nicht für die Küche. Der Name ist eigentlich schon eine gute Beschreibung der winzigen Fruchtkörper, die zum Beispiel Schilfstängel oder Kiefern- und Fichtennadeln besiedeln. Die hier gezeigte Art Lophodermium petiolicola ist auf Blattstielen der Roteiche (Quercus rubra) zu finden.

Acrospermum compressum 01.jpg

Eine Vielzahl von winzigen Pilzchen, überwiegend Ascomyzeten, sind auf Brennnesselstängeln zu entdecken. Bei dem hier gezeigten Flachkeulchen handelt es sich um eine Art, die aufgrund ihrer Form und des speziellen Substrats, auf dem sie wächst, schnell und sicher zu identifizieren ist. Es handelt sich um Acrospermum compressum.

Retiarius superficiaris 02.jpg

Etwas ganz Verrücktes sind Pilze, die "Pollenfänger" genannt werden. Was auf dem obigen Foto zu sehen ist sind Kiefernpollen, die er eingefangen hat und nun auf dem Myzel kleben. Mehr über dieses erstaunliche Naturwunder >>> Retiarius superficiaris .


Podoscypha multizonata 01.jpg

Eine sehr seltene Pilzart  - Podoscypha multizonata -  wurde am 12. August 2017 nahe Gut Neuhof (MTB 5918.3.4) gefunden. Sein deutscher Name "Gezonter Büschelwärzling" lässt nichts von seiner Schönheit erahnen. Wir haben an drei Standorten insgesamt zehn  Exemplare entdeckt, die größten hatten gut 20 cm Durchmesser. Mehr über diesen bemerkenswerten Fund >>> (Dieter Gewalt)


Parasola plicatilis 01.jpg  Coprinopsis patouillardii TH.jpg Parasola plicatilis                                              Coprinopsis patoulliardii

Es lohnt sich manchmal, sich zu bücken, auch wenn es kein Speisepilz ist, der unsere Aufmerksamkeit verdient. Gerade unter den kleinen und winzigen Arten gibt es viele hübsche, wie zum Beispiel der Scheibchentintling Parasola plicatilis, den man oft an Waldwegrändern sieht, oder der Eintags-Tintling Coprinopsis patouillardii, den ich in Thailand fotografiert habe. (Dieter Gewalt)


Lentinus caythiformis 06.jpg

Fund des Tages bei unserer Kühkopf-Exkursion am 22. April 2017: der seltene Pokalförmige Sägeblättling Lentinus cyathiformis (>>>). Mindestens 10 Exemplare wuchsen zwischen Moos und diversen Pflanzen auf einem morschen Eichenstamm. (Foto: Dieter Gewalt)


Vorsicht Gammelpilze - Ein Leitfaden

Vor Gammelfleisch ekelt sich jeder. Umso mehr erstaunt es, was häufig als Ausbeute von Pilzsammlern in Körben oder gar Plastiktüten nach Hause getragen wird. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Frankfurt möchten wir Ihnen gerne einen informativen Leitfaden zu diesem wichtigen Thema zum Download und Ausdrucken zur Verfügung stellen - wahlweise als PDF oder als Powerpoint Präsentation.



Camarops polysperma 01.jpg Camarops polysperma 04.jpg

Das Aussehen des Pyrenomyzeten Camarops polysperma haut keinen vom Hocker, aber er wurde in Mitteleuropa erst wenige Male nachgewiesen und deshalb ist unser Fund aus dem Frankfurter Stadtwald schon etwas Besonderes. Mehr über diese Rarität in einem ausführlicheren Fundkorb-Beitrag >>>


 

Der Gifthäubling (Galerina marginata) scheint immer häufiger zu werden und damit auch die Gefahr, ihn mit Stockschwämmchen (Pholiota mutabilis) zu verwechseln. Allein während unserer FundGroup-Wanderung im Gebiet Kalkofen-Dianaburg bei Darmstadt-Arheilgen wurde er an mindestens 7 Stellen gefunden. Foto: D. Gewalt

Zwei Todesfälle durch Gifthäublinge (Galerina sp.)
- Bericht von Hermine Lotz-Winter -

Am Montag, 22.10.2012, erhielt ich am frühen Morgen einen Notruf - das Giftinformationszentrum Mainz bat um Hilfe, denn vier Personen hatten gezielt Stockschwämmchen gesammelt und am Freitag gegessen. Es waren "langjährig erfahrene" Pilzsammler. Bereits am Freitag trat eine Vergiftungssymptomatik mit Erbrechen und Durchfall auf. In der Nacht von Sonntag auf Montag kamen dann alle mit schweren Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus.
Es waren noch Pilze vorhanden, die kurz vor 6 Uhr mit Taxis bei mir ankamen.
Diese Reste, verpackt in zwei Plastiktüten, wogen gemeinsam über 500 g!!!!! Es waren Dutzende von Hüten, knapp abgeschnitten, nur bei einigen der bereits recht matschigen, durchwegs nougatbraunen Hüte war noch ein Stielrest, der allerhöchstens bis zur Ringzone zu sehen war. Die Hüte waren teilweise am Rand gerieft und da sie sehr feucht waren, gab es kein Ausblassen zu sehen. Die flachen und dünnfleischigen Hüte sahen für mich schon in den Säcken nach Galerina aus. Ein mehliger Geruch war nicht festzustellen, eher schon ein Zersetzungsgeruch.
Ich habe aus jedem Sack 10 Hütchen ausgewählt und je ein Lamellenquetschpräparat gemacht. Allerdings habe ich bereits nach dem dritten Präparat auf eine mögliche Amanitin-Vergiftung hinweisen müssen, denn es waren eindeutig Galerina-Sporen wie aus dem Lehrbuch: gelblich-braun, warzig, mit deutlich sichtbarem Plage, leicht ablösendem Perispor, etwa 9 - 10.5 X 5 µm groß und mandelförmig. Ich vermute, dass es sich bei den Pilzen um ausschließlich Galerina aus dem marginata-Formenkreis handelt. Bei Durchsehen der vielen Hütchen in den beiden Säcken habe ich jedenfalls nur gleichartige Pilzhüte sehen können.

Das bittere Ende: Wie Anfang 2013 bekannt wurde, verstarben zwei der Patienten an den Folgen der Amanitin-Vergiftung.


Eine sehr spezielle Synthese stellt dieses Buch dar, das gerade erschienen ist. In ihm verbinden sich Freude am Sammeln mit kulinarischem Genuss, es begleitet den Pilzfreund auf seinen Streifzügen durch die Natur bis hin zum Herd, an dem aus abwechslungsreichen und originellen Rezeptideen leckere Gerichte werden. "Guten Appetit", kann da Fundkorb-Redakteur Dieter Gewalt nur noch sagen, der den mykologischen Teil zu diesem Kochbuch der etwas anderen Art beisteuern durfte. Unter http://issuu.com/tretorri/docs/pilze_issuu können Sie ein wenig im Buch blättern oder in unserer Fundkorb-Küche (>>>) einige Rezepte erproben. Exkursionsteilnehmer können es vor oder nach der Wanderung erwerben. Es kostet 19,90 Euro.


Was Sie beim Pilzesammeln beachten sollten

Tipps und die wichtigsten Regeln können Sie hier nachlesen: >>>


 Lust auf Pilze

 Zum Anschauen und Lesen sind Sie hier richtig. Zum Suchen, Finden und Bestimmen sind Sie herzlich eingeladen, sich unserer FundGroup anzuschließen. Klicken Sie auf Termine, um sich zu informieren, wann und wo Sie Gelegenheit dazu haben. Über bemerkenswerte Funde im Rhein-Main-Gebiet informiert die Rubrik Fundkorb


 Dietzenbach und Pilze

- das hat seit Jahren Tradition und dafür gibt es gute Gründe. Die Kreisstadt liegt mitten im größten zusammen-hängenden Waldgebiet der Region und die Volkshochschule Dietzenbach bietet seit mehr als 15 Jahren regelmäßig Praktische Pilzseminare an. Die finden nicht etwa in einer Schule statt, sondern da, wo Pilze wachsen - im Wald. Bei fünf Exkursionen lernen die Teilnehmer die wichtigsten Speise- und Giftpilze an ihren natürlichen Wuchsorten kennen und erfahren Wissenswertes zum Thema. Anmeldungen für das Seminar 2019 sind ab ca. Anfang August auf der Homepage der Volkshochschule Dietzenbach möglich: www.vhs-dietzenbach.de. Um Ihre Teilnahme an diesem meist sehr schnell ausgebuchten Kurs zu sichern, können Sie sich über unser Kontaktformular unverbindlich in eine Vormerkliste eintragen. 


  Praktische Pilzseminare jetzt auch in der Region Spessart - Vogelsberg

Über den jeweiligen Beginn und wie Sie sich anmelden können, informieren wir zu gegebener Zeit an dieser Stelle.


 Über Sinn und Unsinn von Sammelbeschränkungen wird unter Pilzfreunden viel und kontrovers diskutiert. Lesen Sie, was der Freiburger Biologe Helgo Bran dazu meint >>>


 Giftpilze in der Kleinmarkthalle

Dass der Grünling (Tricholoma equestre), einst ein beliebter Speisepilz, bei wiederholtem Genuss die gefährliche Rhabdomyolyse verursachen kann (mehrere Todesfälle u. a. in Frankreich), hat sich inzwischen herumgesprochen. Nicht erst seit seiner Einstufung als Giftpilz darf er nicht mehr als Marktpilz gehandelt werden: als bedrohte Art, die in der Bundesartenschutzverordnung geführt wird, unterliegt er schon länger einem strikten Sammelverbot. Umso verwunderlicher und beängstigender, was Florian Haas kürzlich in der Frankfurter Kleinmarkthalle und im Umgang mit dem Ordnungsamt erlebt hat... (mehr


Fistulina hepatica 02.jpg Fistlina hepatica 01.jpg

Es gibt unter den als essbar bezeichneten Pilzen wohl kaum einen zweiten, der im Geschmackswert so konträr beurteilt wird wie die Ochsenzunge, auch Leberreischling (Fistulina hepatica) genannt. Mir war bisher nur eine Person bekannt, die ihn geschätzt und nach eigener Aussage auch regelmäßig gegessen hat. Nach einigen Funden im Hainbachtal bei Offenbach hat mir Irmtraut Schmid von ihrer Geschmackserfahrung berichtet, die ich mit ihrer freundlichen Erlaubnis hier wiedergeben darf:

"Er hat mir sehr gut geschmeckt. Wir hatten ihn in feine Scheiben geschnitten, nur in Butter angebraten und etwas gesalzen. Das Aussehen glich dem von gebratener Leber, die Konsistenz eher etwas gallertig, guter Pilzgeschmack und auf interessante Weise etwas säuerlich, als hätte man etwas Zitrone verwendet. Also, mir hat er sehr gut geschmeckt, mein Mann war nicht ganz so überzeugt."  (Fotos: Dieter Gewalt)



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