Calocybe gambosa

Maipilz

(Fr.) Donk 1962
Familie: Lyophyllaceae
© Dieter Gewalt
gambosa = hufartig

Kaum ein anderer essbarer Pilz ist so umstritten wie der Maipilz. Er spaltet die Gemeinde der Pilzfreunde in zwei Lager. Eine neutrale Mitte scheint es nicht zu geben. Die einen schätzen, die anderen verabscheuen ihn. Grund für die Zwiespältigkeit ist sein ausgeprägter ranziger Mehlgeschmack, der bei üblicher Zubereitung nicht verschwindet. Vorheriges Abbrühen soll hilfreich sein. Der Maipilz wächst in den Monaten April, Mai und Juni. Er bestätigt damit, was sein Name verspricht. Man findet ihn in Laub-, Misch- und Auwäldern, an Bachläufen und Seeufern, bsonders häufig in Gärten und Parkanlagen oder an grasigen Wegrändern, meist in größeren Trupps. Er bildet kompakte, dickfleischige Fruchtkörper, die weißen, manchmal etwas gelblichen Hüte erreichen Durchmesser von 10 cm, die weißen Lamellen sind auffallend schmal. Auch das Sporenpulver ist weiß.

Sowohl am Wollwiesenteich als auch entlang der Bieber im Hessentagspark ist der Maipilz regelmäßig zu finden – zwei von mehreren Fundstellen in und um Dietzenbach

Man hüte sich vor dem ab Mai fruktifizierenden Ziegelroten Risspilz, der nicht nach Mehl riecht, weniger robust ist und sich ziegelrot verfärbt. Dieser enthält Muskarin und kann schwere Vergiftungen verursachen. Da er im Gegensatz zum Maipilz kalkhaltige Böden benötigt, ist er im Rhein-Main-Gebiet sehr selten.

Der lateinische Artname gambosa ist kaum nachvollziehbar. Was soll an diesem Pilz hufartig sein? Gemeint ist wohl, dass der Stiel des Maipilzes an der Basis mitunter etwas angeschwollen ist und den Erstbeschreiber Elias Fries an einen Pferdefuß erinnert hat.

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 26. Juli 2020