Clathrus ruber

Roter Gitterling

(Willd.) P.Karst. 1879
Familie: Phallaceae
© Dieter Gewalt
ruber = rot
Foto: Frank Kaster

Die Einmaligkeit seiner Gestalt macht den Roten Gitterling unverwechselbar. Lediglich im Hexeneistadium könnte der Finder fehlgeleitet werden. Die schon bald durchschimmernde zart rötliche Tönung lässt vielleicht an einen Tintenfischpilz denken. In mehr als 99,9% der Fälle wird man mit dieser Vermutung richtig liegen, denn der Gitterling ist in Mitteleuropa ein sehr seltener und nur sporadisch erscheinender Pilz. Nur wenige Naturfreunde hatten das Glück, ihn einmal zu Gesicht zu bekommen. Im Mittelmeerraum wie auch in tropischen und subtropischen Regionen ist die Art dagegen häufiger.

Das Rhein-Main-Gebiet und hier speziell der Raum Frankfurt ist laut Verbreiungsatlas eine der wenigen Verdichtungsareale. Unser Fund im Grüneburgpark bestätigt, was auch andernorts in unseren Breiten gilt: Clathrus ruber ist eine synanthrope, d. h. kulturfolgende Art. Hier hat Norbert Kühnberger seine eindrucksvolle Bilderserie aufgenommen, die die Entwicklung bis zum reifen Pilz dokumentiert. Und Fliegen sind immer dabei.

Gitterlinge im Frankfurter Grüneburgpark, beobachtet vom 22.06. bis 9.07.2007 (4 Fotos von Norbert Kühnberger)

Man achte besonders auf die Struktur des Hexeneis, das den Fotografen an die Konturen eines Fußballs erinnert hat. Trefflich beobachtet und schon ein untrügliches Indiz dafür, dass ein Gitterling daraus schlüpfen wird. Beim Vergleich mit dem Fußball muss aber auf die Größenverhältnisse hingewiesen werden. Die Hexeneier erreichen kaum den Durchmesser eines Tischtennisballs und ausgewachsene Fruchtkörper höchstens 10 cm.

Ein weiterer Fund gelang am 11. August 2014: ein „geschlüpfter“ Gitterling und drei Hexeneier am Waldrand des Steinberger Waldes nahe der Alten Babenhäuser Straße, am Zaun einer Schrebergärtenanlage.

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 26. Juli 2020