Flammulina velutipes

Samtfußrübling

(Curtis) Singer 1951
Familie: Physalacriaceae
© Dieter Gewalt
velutipes = Samtfuß

Wer im Winter nicht auf selbst gesammelte Pilze verzichten möchte, hat mit dem Samtfußrübling eine schmackhafte und frostunempfindliche Alternative zum Austernseitling. Nicht umsonst trägt er auch den Namen Winterpilz. Darüberhinaus ist er eine ausgesprochen attraktive Erscheinung und ein dankbares Fotomotiv. Bei feuchtem Wetter sind seine Hüte schleimig und am Rand gerieft, beim Trocknen klebrig, schließlich matt und trocken, aber selbst dann lässt sich mit angefeuchtetem Finger die als Zupfen spürbare Schleimschicht noch nachweisen.

Die Hüte erreichen einen Durchmesser von 5 - 8 Zentimeter und haben hellgelbe, orangegelbe bis rostorange Farben. Die Lamellen sind ausgebuchtet angewachsen und creme bis blass gelb.

Der Stiel ist braunsamtig bekleidet, zur Spitze hin gelb aufhellend. Der Pilz wächst zu wenigen gesellig bis vielhütig büschelig vor allem im Winterhalbjahr an totem oder lebendem Laubholz, gern in auwaldartigen Biotopen, lt. Literatur vor allem an Buche und Eiche. Meine persönlichen Funde während der letzten Jahre waren ganz überwiegend an Buche, 6x an Weide, 1x an Eiche, 1x an Erle, der Rest an nicht identifiziertem Holz.

Der Samtfußrübling gilt als ausgezeichneter Speisepilz, wobei die zähen Stiele nicht verwendet werden. Er kann auch gezüchtet werden. Karin Montag (seit 1996 Herausgeberin der Pilzzeitschrift “Der Tintling”) empfiehlt, die Schnittfläche von Weidenholz einfach mit einem Fruchtkörper einzureiben. In Asien wird er als Enokitake sogar in Flaschen kultiviert, wobei er unter Lichtausschluss langstielige und kleinhütige Büschel bildet, die nicht ihre natürlichen Farben ausbilden sondern weiß bleiben. In dieser Form sind sie roh essbar, nach meiner Erfahrung in Thailand aber ziemlich zäh.

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 16. Oktober 2020