Gymnopus dryophilus

Waldfreundrübling

(Bull.) Murrill 1916
Familie: Tricholomataceae (jetzt: Omphalotaceae)
© Dieter Gewalt
Synonym: Collybia dryophila
dryophilus = baumliebend

Der Waldfreundrübling ist einer der häufigsten in der Laub- oder Nadelstreu unserer Wälder wachsenden Pilze. Als Saprobiont spielt er eine wichtige Rolle im Ökosystem Wald und ist in hohem Maße an der Verrottung von Laub und Nadeln beteiligt. Seine Erscheinungszeit ist Mai bis November. Gilt als essbar, ist aber von minderer Qualität und nach meiner Einschätzung bestenfalls als Mischpilz verwendbar.

Kurzbeschreibung:

Hut: bis 5 cm breit, hellocker, rötlich gelb bis orange-bräunlich, stark hygrophan und sehr dünnfleischig. Hutmitte oft etwas knopfartig verdickt, bildet exakt die Anwuchsstelle des Stieles ab. Hutrand ungerieft und oft lappig verbogen.
Lamellen: weiß, sehr gedrängt stehend und den Stiel nicht direkt erreichend
Geruch: nicht unangenehm, erinnert an frisch gesägtes Holz.
Geschmack: mild, unspezifisch
Stiel: schlank, glatt, zäh, meist bis etwa 6 cm lang, hohl, in der Farbe ähnlich wie der Hut. An der Basis oft mit Myzelfilz
Die Sporenpulverfarbe ist weiß.

Der Waldfreundrübling kann mit einigen sehr ähnlichen Arten aus der gleichen Gattung verwechselt werden, wobei die Abgrenzung oft schwierig ist und mikroskopiert werden muss. Der Hellhütige Waldfreundrübling Gymnopus aquosus wird wegen seiner frühen Erscheinungszeit auch Früher Waldfreundrübling genannt. 90% der in Baden-Württemberg erfassten Funde sind aus den Monaten Mai (24) und Juni (8). Er kann einzeln, gesellig oder büschelig wachsend vorkommen und ist ziemlich selten. Der Gelbblättrige Waldfreundrübling Gymnopus ocior zeichnet sich durch gelbliche Lamellen aus und wächst meist büschelig. Der Rotstielige Büschelrübling Gymnopus erythropus fällt durch seine über die ganze Länge rotbraunen Stiele auf.

Mikroskopische Unterscheidungsmerkmale:

Gymnopus aquosus = Hellblättriger Waldfreundrübling: Sporen 4,5 – 7 x 2 – 4 µm; Cheilozystiden unregelmäßig keulig, meist ohne Auswüchse
Gymnopus dryophilus = Gemeiner Waldfreundrübling: Sporen 3,5 – 7 x 2 – 4 µm; Cheilozystiden unregelmäßig keulig mit korallenartigen Auswüchsen
Gymnopus erythropus = Rotstieliger Büschelrübling: Sporen 6 – 8 x 3 – 4 µm; Cheilozystiden unregelmäßig keulig mit kurzen Fortsätzen oder fingerförmigen Auswüchsen
Gymnopus ocior = Gelbblättriger Waldfreundrübling: Sporen 5 – 6,5 x 3 – 4 µm; Cheilozystiden schlank keulig bis gestielt kugelförmig, selten mit einem oder mehreren fingerförmigen Auswüchsen

Der Name „Waldfreundrübling“ leitet sich wahrscheinlich von seinem wissenschaftlichen Artnamen dryophilus ab: („baumliebend“, in etwa gleichzusetzen mit „Wald liebend“, „Freund des Waldes“). In der chinesischen und japanischen Naturheilkunde gilt er als Vitalpilz. Er soll entzündungshemmende Wirkung haben.

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 3. August 2020