Macrolepiota procera

Großer Riesenschirmling, Parasol

(Scop.) Singer 1948
Familie: Agaricaceae
© Dieter Gewalt
procera = schlank, hochgewachsen

Die Riesenschirmlinge kann man anhand leicht erkennbarer Merkmale in zwei Gruppen einteilen: Nennen wir die erste, die richtig guten, einmal „Echte Parasole“, die zweite, die weniger guten, „Rötende Riesenschirmlinge“ (= Safran-Riesenschirmlinge).

Merkmale der Echten Parasole: weißes, nicht verfärbendes Fleisch, genatterter Stiel.

Merkmale der Rötenden Riesenschirmlinge (auch Safran-Riesenschirmlinge): safranfarben oder gelblich/rötlich verfärbendes Fleisch, ungenatterter Stiel.

Beiden Gruppen gemeinsam ist der dicke, wattige Ring, der sich nach dem Ablösen am Stiel auf- und abbewegen lässt. Dieses Merkmal ist für die Riesenschirmlinge typisch und kommt bei anderen Pilzen nicht vor.

Parasole mit aufgeschirmtem Hut
So sehen perfekte Riesenschirmlinge aus, die zu einem Pilzschnitzel gebraten werden sollen: saubere, rein weiße Lamellen (rechtes Foto: Bernhard Klinger)

Tipp: um die Pilzhüte heil und sauber nach Hause zu tragen, im Wald in zwei Papierlagen Küchenrolle einpacken und möglichst von anderen Pilzen getrennt transportieren. Sie lassen sich hervorragend als Pilzschnitzel braten. Die holzigen Stiele können getrocknet, zu Pilzpulver gemahlen und zum Würzen von Soßen u. a. verwendet werden.

Vorsicht bei durchnässten und gammeligen Parasolhüten: solche Schnitzel können erhebliche Verdauungsstörungen verursachen!

Diese drei Riesenschirme befinden sich im sogenannten „Paukenschlegel-Stadium“. Die Köpfe kann man so kaum wie Schnitzel braten, höchstens in der Pfanne umherrollen. Als Mischpilze sind sie aber bestens geeignet. Scherzkekse verwenden sie gern als Mikrofone.

Wir haben ja alle mal klein angefangen. So sehen Parasol-Babys aus

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 9. August 2020