Russula cicatricata

Olivbrauner Heringstäubling

Romagn. ex Bon 1987
Familie: Russulaceae
© Dieter Gewalt
cicatricata = genarbt

Leider gelangen mir am Fundort (7. Juli 2016, Waldfriedhof Zeppelinheim) nur zwei grottenschlechte Fotos, weil meine Nikon-Spiegelreflexkamera mal wieder nicht mitspielen wollte. Um wenigstens ein Dokument zur Verfügung zu haben, wurde der Pilz am Folgetag zu Hause noch einmal abgelichtet, aber da war bereits ein Teil zum Mikroskopieren entnommen und der Hut schon ziemlich angetrocknet. Immerhin ist der geriefte Hutrand noch erkennbar, und der gehört neben den verwaschenen, zwischen oliv, ocker und braun variierenden Huthautfarben zu den wichtigsten Erkennungsmerkmalen wie auch das nach einiger Zeit einsetzende Bräunen des cremeweißlichen Fleisches. Natürlich hat uns schon am Standort der auffällige Fischgeruch auf die Spur zu den Heringstäublingen gebracht.

Belegmaterial wurde noch am Fundtag an Reinhold Kärcher weitergeleitet, der nach einer gründlichen (auch mikroskopischen) Untersuchung dem seltenen Täubling einen Namen geben konnte: Russula cicatricata.

Aquarelle von Reinhold Kärcher aus dem unten genannten Beitrag in der Zeitschrift für Mykologie

Russula cicatricata gehört zu den selteneren Täublingsarten, ist im Verbreitungsatlas von 1991 mit nur einem hessischen Fundpunkt von Reinhold Kärcher vertreten, der auch in der aktuellen DGfM-Kartierung erscheint.

Geschmack Sporenpulver Abziehbarkeit der Huthaut Chemische Reaktion
FeSO4 Guajak Phenol
mild hell bis intensiv ocker bis 1/2 graurosa bis orangerot grün bis blaugrün weinbraun bis violettrot

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 15. August 2020