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f u n d k o r b . d e   -   d i e  P i l z a d r e s s e  i m  R h e i n-M a i n-G e b i e t


Nächster Exkursionstermin: Samstag, 01. November 2014   mehr >>>



Den Frankfurter Stadtwald kann man nicht unbedingt als exzellenten Pilzwald bezeichnen, aber er hat doch hin und wieder einiges zu bieten wie den Igel-Stachelbart oder Unmengen von Spechttintlingen (>>>). Vor Kurzem ist uns vor dem Stadtwaldhaus eine Massenansammlung von Tintenfischpilzen (Clathrus archeri) aufgefallen, wie wir sie noch nie zuvor erlebt haben. Ein Exemplar hatte sage und schreibe sieben prächtig entwickelte Arme. Um den Fund fotografisch zu dokumentieren, haben wir in einem bestialisch stinkenden Umfeld eine Viertelstunde lang tapfer durchgehalten.  (Dieter Gewalt & Michael Hornung) 


Es ist an der Zeit, unser kleines Bilderrätsel aufzulösen. "Was ist das?", hatten wir gefragt. 9 von 11 eingegangenen Antworten waren richtig. Es ist ein junger Kaiserling, der gerade aus seinem Velum geschlüpft ist. Das originelle Foto stammt von Gerd Wartha. 


Einfach nur ein schönes Pilzfoto! Dass es ein Dachpilz ist, den Frank Kaster aus Neu-Isenburg in ästhetischer Schönheit abgelichtet hat, ist leicht zu erkennen, welche Art genau ist dagegen nicht so wichtig. Wahrscheinlich ist es der Seidige Dachpilz (Pluteus petasatus)


Der Gifthäubling (Galerina marginata) scheint immer häufiger zu werden und damit auch die Gefahr, ihn mit Stockschwämmchen (Pholiota mutabilis) zu verwechseln. Allein während unserer FundGroup-Wanderung im Gebiet Kalkofen-Dianaburg bei Darmstadt-Arheilgen wurde er an mindestens 7 Stellen gefunden. Foto: D. Gewalt

Zwei Todesfälle durch Gifthäublinge (Galerina sp.)
- Bericht von Hermine Lotz-Winter -

Am Montag, 22.10.2012, erhielt ich am frühen Morgen einen Notruf - das Giftinformationszentrum Mainz bat um Hilfe, denn vier Personen hatten gezielt Stockschwämmchen gesammelt und am Freitag gegessen. Es waren "langjährig erfahrene" Pilzsammler. Bereits am Freitag trat eine Vergiftungssymptomatik mit Erbrechen und Durchfall auf. In der Nacht von Sonntag auf Montag kamen dann alle mit schweren Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus.
Es waren noch Pilze vorhanden, die kurz vor 6 Uhr mit Taxis bei mir ankamen.
Diese Reste, verpackt in zwei Plastiktüten, wogen gemeinsam über 500 g!!!!! Es waren Dutzende von Hüten, knapp abgeschnitten, nur bei einigen der bereits recht matschigen, durchwegs nougatbraunen Hüte war noch ein Stielrest, der allerhöchstens bis zur Ringzone zu sehen war. Die Hüte waren teilweise am Rand gerieft und da sie sehr feucht waren, gab es kein Ausblassen zu sehen. Die flachen und dünnfleischigen Hüte sahen für mich schon in den Säcken nach Galerina aus. Ein mehliger Geruch war nicht festzustellen, eher schon ein Zersetzungsgeruch.
Ich habe aus jedem Sack 10 Hütchen ausgewählt und je ein Lamellenquetschpräparat gemacht. Allerdings habe ich bereits nach dem dritten Präparat auf eine mögliche Amanitin-Vergiftung hinweisen müssen, denn es waren eindeutig Galerina-Sporen wie aus dem Lehrbuch: gelblich-braun, warzig, mit deutlich sichtbarem Plage, leicht ablösendem Perispor, etwa 9 - 10.5 X 5 µm groß und mandelförmig. Ich vermute, dass es sich bei den Pilzen um ausschließlich Galerina aus dem marginata-Formenkreis handelt. Bei Durchsehen der vielen Hütchen in den beiden Säcken habe ich jedenfalls nur gleichartige Pilzhüte sehen können.

Das bittere Ende: Wie Anfang 2013 bekannt wurde, verstarben zwei der Patienten an den Folgen der Amanitin-Vergiftung.



Eine sehr spezielle Synthese stellt dieses Buch dar, das gerade erschienen ist. In ihm verbinden sich Freude am Sammeln mit kulinarischem Genuss, es begleitet den Pilzfreund auf seinen Streifzügen durch die Natur bis hin zum Herd, an dem aus abwechslungsreichen und originellen Rezeptideen leckere Gerichte werden. "Guten Appetit", kann da Fundkorb-Redakteur Dieter Gewalt nur noch sagen, der den mykologischen Teil zu diesem Kochbuch der etwas anderen Art beisteuern durfte. Unter http://issuu.com/tretorri/docs/pilze_issuu können Sie ein wenig im Buch blättern oder in unserer Fundkorb-Küche (>>>) einige Rezepte erproben. Exkursionsteilnehmer können es vor oder nach der Wanderung erwerben. Es kostet 19,90 Euro.


Was Sie beim Pilzesammeln beachten sollten

Tipps und die wichtigsten Regeln können Sie hier nachlesen: >>>


L u s t   a u f   P i l z e ?

Zum Anschauen und Lesen sind Sie hier richtig. Zum Suchen, Finden und Bestimmen sind Sie herzlich eingeladen, sich unserer FundGroup anzuschließen. Klicken Sie auf Termine, um sich zu informieren, wann und wo Sie Gelegenheit dazu haben. Anfragen bitte an dgewalt@web.de

In der Rubrik Fundlisten können Sie nachlesen, was bei den letzten Exkursionen entdeckt, gesammelt und bestimmt worden ist. Tipps und Kommentare gibt es hier auch.

Über bemerkenswerte Funde im Rhein-Main-Gebiet informiert die Rubrik Fundkorb.


D i e t z e n b a c h    u n d   P i l z e

- das hat seit Jahren Tradition und dafür gibt es gute Gründe. Die Kreisstadt liegt mitten im größten zusammen-hängenden Waldgebiet der Region und die Volkshochschule Dietzenbach bietet seit nunmehr 12 Jahren regelmäßig Praktische Pilzseminare an. Die finden nicht etwa in einer Schule statt, sondern da, wo Pilze wachsen - im Wald. Bei fünf Exkursionen lernen die Teilnehmer die wichtigsten Speise- und Giftpilze an ihren natürlichen Wuchsorten kennen und erfahren Wissenswertes zum Thema. Das nächste Seminar beginnt am 21. September 2014. Vormerkungen nimmt dgewalt@web.de entgegen. >>>mehr

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Pilzfreunden wird von der Stadt Dietzenbach ein unvergleichlicher Service geboten. Mit deutlich sichtbaren Hinweisschildern macht das Verkehrsamt auf besonders interessante Pilzvorkommen aufmerksam. Der weiße Pfeil auf blauem Grund zeigt exakt auf die Stelle, wo 2002 der seltene Büschelige Egerlingsschirmling Leucoagaricus americanus gefunden worden ist, möglicherweise zum ersten Mal in Hessen. Mehr darüber im Fundkorb.



Pilzseminar jetzt auch in der Region Bergstraße - Odenwald

Auch die Volkshochschule Bergstraße - Odenwald bietet ein Praktisches Pilzseminar an. Es findet ausschließlich in freier Natur statt, also in den Wäldern der Region. Anmeldung bei der KVHS Bergstraße www.kvhs-bergstrasse.de oder telefonisch 06251 17296-15


Über Sinn und Unsinn von Sammelbeschränkungen wird unter Pilzfreunden viel und kontrovers diskutiert. Lesen Sie, was der Freiburger Biologe Helgo Bran dazu meint >>>


G i f t p i l z e   i n    d e r   K l e i n m a r k t h a l l e

Dass der Grünling (Tricholoma equestre), einst ein beliebter Speisepilz, bei wiederholtem Genuss die gefährliche Rhabdomyolyse verursachen kann (mehrere Todesfälle u. a. in Frankreich), hat sich inzwischen herumgesprochen. Nicht erst seit seiner Einstufung als Giftpilz darf er nicht mehr als Marktpilz gehandelt werden: als bedrohte Art, die in der Bundesartenschutzverordnung geführt wird, unterliegt er schon länger einem strikten Sammelverbot. Umso verwunderlicher und beängstigender, was Florian Haas kürzlich in der Frankfurter Kleinmarkthalle und im Umgang mit dem Ordnungsamt erlebt hat... (mehr)


N e u    i m   F u n d k o r b :

Nidularia deformis - Foto: Thomas Lehr Marasmius limosus - Foto: Hermine Lotz-Winter

Zwei Pilze, die im Wald bei Waldacker gefunden wurden: der Vollgestopfte Nestling Nidularia deformis gehört zu den absoluten Raritäten und ist wegen seiner geringen Größe (ca. 5 bis 10 mm) nur schwer zu finden. Sie wuchsen auf einem Kiefernästchen. Um den Schilfschwindling (Marasmius limosus) zu entdecken, muss man feucht liegende Schilfblätter absuchen. Diese nur selten gefundene Art ist winzig klein, erreicht nur Hutdurchmesser von 0,5 bis 3 mm.

P i l z e i m F u n d k o r b :

Amanita caesarea - Foto: Thomas Lehr Dendrocollybia racemosa - Foto: Thomas Lehr

Bemerkenswerte Pilzfunde gehören in den Fundkorb! Dass der Kaiserling (Amanita caesarea, Foto und Link siehe oben) ein ganz besonderes High Light ist, bedarf keiner Erläuterung. Uns ist im RM-Gebiet nur ein Fundort bekannt, von dem auch die Abbildung stammt. Es wäre interessant zu erfahren, woher und von wem die beiden anderen Fundpunkte im Verbreitungsatlas gemeldet wurden. - Nicht weniger bemerkenswert ist ein Fund des Traubenstieligen Sklerotienrüblings Dendrocollybia racemosa vom Kalkbruch an der Wiesenmühle bei Flörsheim (wahrscheinlich Erstfund für Hessen). Lassen Sie sich nicht täuschen: es handelt sich um sehr kleine Pilzchen, deren Hüte kaum einen Zentimeter Durchmesser erreichen.

Auch zwei seltene Verwandte der Stinkmorchel (Ordnung Phallales) werden im Fundkorb vorgestellt, die an höchst unterschiedlichen, aber nahe beieinander liegenden Fundorten entdeckt worden sind. Der Gitterling Clathrus ruber wuchs im Frankfurter Grüneburgpark, der Eckigstielige Fingerpilz Lysurus mokusin wurde im nahen Palmengarten im Tropenhaus Nebelwald gefunden. Bei letzterem dürfte es sich um einen Erstfund für Deutschland handeln.

Clathrus ruber - Foto: Norbert Kühnberger Lysurus mokusin - Foto: Thomas Lehr

fundkorb.de: die Pilzadresse im Rhein-Main-Gebiet: Frankfurt Offenbach Hanau Darmstadt Groß-Gerau Bergstraße Odenwald Kühkopf