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f u n d k o r b . d e - d i e P i l z a d r e s s e i m R h e i n-M a i n-G e b i e t

Winterbilder: Der milde Winter macht´s möglich - selbst typische Sommer- und Herbstpilze wachsen Ende Dezember noch in unseren Wäldern! Gesucht, gefunden, fotografiert und zu einer gar nicht winterlichen Collage zusammengestellt von Michael Hornung.

Pleurotus ostreatus - Austernseitling Für Gourmets ist er der Winterpilz schlechthin. So manchem hat er schon nach einem weihnachtlichen Waldspaziergang eine leckere Beilage zum Festbraten beschert. In unseren Wäldern besiedelt er mit Vorliebe totes, noch berindetes Buchenholz, egal ob die Stämme noch aufrecht stehen oder am Boden liegen. Clevere Pilzfreunde merken sich bereits im Sommer oder Herbst, wo sie geeignetes Totholz gesichtet haben, um dann im Winter reiche Ernte einzufahren. Mit etwas Glück kann man aber sogar mitten in einer Großstadt wie Frankfurt fündig werden, wie dieses Foto von Norbert Kühnberger zeigt. Er fand die eindrucksvolle Pilzgruppe am 13.01.2008 in der Gießener Straße (MTB 5818.3.1) an einem Baumstumpf, vermutlich Silberahorn.
Was Sie beim Pilzesammeln beachten sollten
Tipps und die wichtigsten Regeln können Sie hier nachlesen: >>>
A k t u e l l e K u r z n a c h r i c h t e n
17.09.2011 Eine etwas andere Pilzwanderung in der Freigerichter Bucht am Nordrand des Spessart führte uns auf den Fußstapfen von Kaiser Friedrich Barbarossa 12 km durch historische Landschaften und Dörfer, Wiesen und Wälder zum Gasthaus Fernblick mit seinem traumhaften bis zum Vogelsberg reichenden Panorama. Was wir dabei an Pilzen entdeckt haben, ist in einer ausführlichen Fundliste nachzulesen.

29.08.2011 Im Ansfeldwald sind sie wieder zu Tausenden zu finden: auf Hirschtrüffeln parasitierende Kernkeulen. Die weitaus häufigere Art in diesem Gebiet ist die Zungenkernkeule, aber auch die hier gezeigte Langsporige Kernkeule Cordyceps longisegmentis wird man bei aufmerksamer Suche in größeren Stückzahlen finden. Eigens für diese auf Hirschtrüffeln wachsenden Kernkeulen ist die neue Gattung Elaphocordyceps eingeführt worden. Der Name leitet sich von Elaphomyces, dem Gattungsnamen der Hirschtrüffeln ab. Mehr über diesen interessanten Pilz >>>
16.09.2011 Gratulation! Nun haben auch Michael Hornung und Dietmar Krüger die Pilzsachverständigenprüfung (DGfM) erfolgreich abgelegt.

16.08.2011 Bei einer Begehung des Waldes in der Nähe des Dornsees (MTB 5918.4.1) entdeckte Jürgen Fleßenkämper einen Pilz, der im Flachland rund 140 m über NN eigentlich nichts zu suchen hat. Der Olivgelbe Holzritterling (Tricholomopsis decora) ist ein Charakterpilz der Mittelgebirge.
Zuvor hatte er die Art schon nahe der Thomashütte (MTB 6018.4.2, 158 m über NN) gefunden und sich nach dem erneuten Fund entschlossen, seinen ersten Fundkorb-Beitrag zu schreiben. (>>>)
15.08.2011 Die Frage, ob Netzstsielige Hexenröhrlinge (Boletus luridus) mit Alkohol genossen gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen, wird heftig diskutiert. Es mehren sich die Hinweise, dass dies nicht der Fall sein soll. Die FundGroup-Freunde Dietmar Krüger, Michael Hornung und Ulrich van Schoor haben nun ebenfalls entsprechende Tests durchgeführt und berichten übereinstimmend, keinerkei negative Symptome bemerkt zu haben.
09.08.2011 Gratulation - nun hat auch Ingrid Bidmon ihre Pilzsachverständigen-Prüfung erfolgreich abgelegt!

06.08.2011 Diese Lungenseitlinge Pleurotus pulmonarius wurden bei unserer FundGroup-Wanderung im Sandhorst-Wald bei Dietzenbach am Stamm einer lebenden Eberesche in ca 1,5 m Höhe gefunden (siehe auch ausführliche Fundliste).
Es handelt sich um einen Verwandten des beliebten Austernseitlings, der vom Frühjahr bis Spätherbst wächst und seinem grau- bis blaugrauem Vetter in punkto Küchenqualität in nichts nachsteht. Er besiedelt fast ausschließlich tote Buchenstämme der Initial- bis Optimalphase, die noch berindet sind. Unser Fund an Ebersche darf also als bemerkenswerte Wirtswahl angesehen werden. (Dieter Gewalt)
Mehr über Austern- und Lungenseitlinge, wann sie wachsen und worin sie sich unterscheiden in einer ausführlichen Arbeit von Jürgen Fleßenkämper >>>

28.06.2011 Dass Pilze die merkwürdigsten Standorte besiedeln und dabei erstaunliche Leistungen vollbringen können, ist uns allen bekannt. Man denke nur an Arten, die tief unter der Erde in Bergwerken wachsen oder an den Stadt-Champignon, der schwere Steinplatten oder Asphaltdecken emporzustemmen vermag.
Dass es das hier gezeigte zerbrechlich-zarte Pilzchen geschafft hat, sich im Abfluss eines Spülbeckens in einem Keller zu entwickeln und durch den Schraubverschluss zu kämpfen, ist eine beeindruckende Leistung und auf jeden Fall eine Veröffentlichung im Fundkorb wert. Vermutlich handelt es sich um einen Tintling und bestätigt eindrucksvoll, dass Pilzsporen allgegenwärtig sind. Sie müssen nur auf ein geeignetes Substrat treffen, um Fruchtkörper auszubilden.
Aus verständlichen Gründen möchte der Finder und Fotograf nicht namentlich genannt werden.

25.06.2011 Ungefähr ein Jahr nach dem schönen Fund der Kollarett-Kernkeule (Cordyceps larvicola) am Gleisner Kopf bei Offenthal entdeckte ich - diesmal ganz zufällig - am Rand eines Waldwegs bei Mörfelden die kleine Kernkeule wieder. Sie wuchs an der Basis einer Echten Nelkenwurz. Auch diesmal konnte ich trotz intensiver Suche in der Umgebung nur einen Fruchtkörper finden. Die Käferlarve, der die Kernkeule aufsitzt, konnte ich wegen des stark verdichteten Bodens nicht ausgraben.
Es ist wirklich zu vermuten, dass die Kollarett-Kernkeule zumindest in unserem Gebiet gar nicht so selten ist. Mehr über diesen interessanten Ascomyceten >>>. (Hermine Lotz-Winter)

12.06.2011 Die Becherkoralle (Artomyces pyxidatus) ist wieder da!
Der Fund dieses seltenen und beeindruckenden Pilzes gehörte zu den Highlights des vergangenen Jahres. Nun ist er wieder zu einem unerwartet frühen Zeitpunkt am gleichen morschen Baumstamm erschienen.
Ausführliche Informationen zum letztjährigen Fund >>>

17.04.2011 Diese jungen Exemplare von Lentinus cyathiformis (Becherförmiger Sägeblättling) wurden während unserer traditionellen Kühkopf-Wanderung auf einem stark vermorschten Eichenast gefunden. Speisemorcheln und Morchelbecherlinge waren wegen der anhaltenden Trockenheit nicht mehr in bestem Zustand, Käppchenmorcheln Fehlanzeige, aber dafür der Kleiige Büschelbecherling Encoelia furfuracea an Haselästen. Was sonst noch gefunden wurde, ist in einer ausführlichen Fundliste nachzulesen. (Dieter Gewalt)
11.04.2011 Besuch im NSG Kühkopf bei Stockstadt am Rhein: Speise- und Käppchenmorcheln (Morchella esculenta, M. gigas) reichlich an Wegrändern gefunden, auch Morchelbecherlinge Disciotis venosa und Anemonenbecherlinge Sclerotinia tuberosa. (Michael Hornung)
L u s t a u f P i l z e ?
Zum Anschauen und Lesen sind Sie hier richtig. Zum Suchen, Finden und Bestimmen sind Sie herzlich eingeladen, sich unserer FundGroup anzuschließen. Klicken Sie auf Termine, um sich zu informieren, wann und wo Sie Gelegenheit dazu haben. Anfragen bitte an dgewalt@web.de
In der Rubrik Fundlisten können Sie nachlesen, was bei den letzten Exkursionen entdeckt, gesammelt und bestimmt worden ist. Tipps und Kommentare gibt es hier auch.
Über bemerkenswerte Funde im Rhein-Main-Gebiet informiert die Rubrik Fundkorb.
D i e t z e n b a c h u n d P i l z e
- das hat seit Jahren Tradition und dafür gibt es gute Gründe. Die Kreisstadt liegt mitten im größten zusammen-hängenden Waldgebiet der Region und die Volkshochschule Dietzenbach bietet seit nunmehr 10 Jahren regelmäßig Praktische Pilzseminare an. Die finden nicht etwa in einer Schule statt, sondern da, wo Pilze wachsen - im Wald. Bei fünf Exkursionen lernen die Teilnehmer die wichtigsten Speise- und Giftpilze an ihren natürlichen Wuchsorten kennen und erfahren Wissenswertes zum Thema. Das nächste Seminar ist für die Pilzsaison 2012 vorgesehen.
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Pilzfreunden wird von der Stadt Dietzenbach ein unvergleichlicher Service geboten. Mit deutlich sichtbaren Hinweisschildern macht das Verkehrsamt auf besonders interessante Pilzvorkommen aufmerksam. Der weiße Pfeil auf blauem Grund zeigt exakt auf die Stelle, wo 2002 der seltene Büschelige Egerlingsschirmling Leucoagaricus americanus gefunden worden ist, möglicherweise zum ersten Mal in Hessen. Mehr darüber im Fundkorb.
Über Sinn und Unsinn von Sammelbeschränkungen wird unter Pilzfreunden viel und kontrovers diskutiert. Lesen Sie, was der Freiburger Biologe Helgo Bran dazu meint >>>
G i f t p i l z e i n d e r K l e i n m a r k t h a l l e
Dass der Grünling (Tricholoma equestre), einst ein beliebter Speisepilz, bei wiederholtem Genuss die gefährliche Rhabdomyolyse verursachen kann (mehrere Todesfälle u. a. in Frankreich), hat sich inzwischen herumgesprochen. Nicht erst seit seiner Einstufung als Giftpilz darf er nicht mehr als Marktpilz gehandelt werden: als bedrohte Art, die in der Bundesartenschutzverordnung geführt wird, unterliegt er schon länger einem strikten Sammelverbot. Umso verwunderlicher und beängstigender, was Florian Haas kürzlich in der Frankfurter Kleinmarkthalle und im Umgang mit dem Ordnungsamt erlebt hat... (mehr)
N e u i m F u n d k o r b :
Nidularia deformis - Foto: Thomas Lehr Marasmius limosus - Foto: Hermine Lotz-Winter
Zwei Pilze, die im Wald bei Waldacker gefunden wurden: der Vollgestopfte Nestling Nidularia deformis gehört zu den absoluten Raritäten und ist wegen seiner geringen Größe (ca. 5 bis 10 mm) nur schwer zu finden. Sie wuchsen auf einem Kiefernästchen. Um den Schilfschwindling (Marasmius limosus) zu entdecken, muss man feucht liegende Schilfblätter absuchen. Diese nur selten gefundene Art ist winzig klein, erreicht nur Hutdurchmesser von 0,5 bis 3 mm.
P i l z e i m F u n d k o r b :

Amanita caesarea - Foto: Thomas Lehr Dendrocollybia racemosa - Foto: Thomas Lehr
Bemerkenswerte Pilzfunde gehören in den Fundkorb! Dass der Kaiserling (Amanita caesarea, Foto und Link siehe oben) ein ganz besonderes High Light ist, bedarf keiner Erläuterung. Uns ist im RM-Gebiet nur ein Fundort bekannt, von dem auch die Abbildung stammt. Es wäre interessant zu erfahren, woher und von wem die beiden anderen Fundpunkte im Verbreitungsatlas gemeldet wurden. - Nicht weniger bemerkenswert ist ein Fund des Traubenstieligen Sklerotienrüblings Dendrocollybia racemosa vom Kalkbruch an der Wiesenmühle bei Flörsheim (wahrscheinlich Erstfund für Hessen). Lassen Sie sich nicht täuschen: es handelt sich um sehr kleine Pilzchen, deren Hüte kaum einen Zentimeter Durchmesser erreichen.
Auch zwei seltene Verwandte der Stinkmorchel (Ordnung Phallales) werden im Fundkorb vorgestellt, die an höchst unterschiedlichen, aber nahe beieinander liegenden Fundorten entdeckt worden sind. Der Gitterling Clathrus ruber wuchs im Frankfurter Grüneburgpark, der Eckigstielige Fingerpilz Lysurus mokusin wurde im nahen Palmengarten im Tropenhaus Nebelwald gefunden. Bei letzterem dürfte es sich um einen Erstfund für Deutschland handeln.

Clathrus ruber - Foto: Norbert Kühnberger Lysurus mokusin - Foto: Thomas Lehr
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