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f u n d k o r b . d e - d i e P i l z a d r e s s e i m R h e i n-M a i n-G e b i e t

Ein hübsches Beispiel aus der faszinierenden Welt der Myxomyzeten: vom Geweihförmigen Schleimpilz gibt es eine bienenwabenartige Varietät Ceratiomyxa fruticulosa var. poroides, die auch "Weißes Netzpolster" genannt wird (Foto: Günther Beidert)

Pilzfreund Dietrich Schiebler hat uns ein beeindruckendes Foto aus der weit entfernten südlichen Hemisphäre geschickt. Es zeigt (Bild links) die berühmte Schleierdame Dictyophora phalloidea, eine Verwandte unserer heimischen Stinkmorchel. Gefunden wurde der auffällige Pilz mit seinem filigranen Schleier an der australischen Ostküste nördlich von Cairns. - Zum Vergleich (Bild rechts): etwas Ähnliches gibt es auch bei uns. Es ist die Europäische Schleierdame Phallus impudicus var. pseudoduplicatus, die es mit der Schönheit der tropischen Lady allerdings nicht ganz aufnehmen kann. (c) Hans Fröhler, veröffentlicht auf www.fungiworld.com.
L u s t a u f P i l z e ?
Zum Anschauen und Lesen sind Sie hier richtig. Zum Suchen, Finden und Bestimmen sind Sie herzlich eingeladen, sich unserer FundGroup anzuschließen. Klicken Sie auf Termine, um sich zu informieren, wann und wo Sie Gelegenheit dazu haben. Anfragen bitte an dgewalt@web.de
In der Rubrik Fundlisten können Sie nachlesen, was bei den letzten Exkursionen entdeckt, gesammelt und bestimmt worden ist. Tipps und Kommentare gibt es hier auch.
Über bemerkenswerte Funde im Rhein-Main-Gebiet informiert die Rubrik Fundkorb.
A k t u e l l e K u r z n a c h r i c h t e n
21.11.2009 Mildes Wetter und ausreichend Regen lassen in Hessen auch Mitte November noch die Pilze aus dem Boden schießen. In den typischen Maronenwäldern finden sich aktuell körbeweise Maronenröhrlinge, darunter auch noch viele ganz kleine Vertreter, die eben erst das Licht der Welt erblickten. (Dietmar Krüger)
08.11.2009 In bodenbedeckenden Schichten abgefallener herbstlich bunter Blätter sind Steinpilz & Co nicht immer leicht zu entdecken. Das wurde auch von einigen Teilnehmern einer vhs-Exkursion in einem Laubwald bei Eppertshausen beklagt und regte Ulrich Esau dazu an, laut über einen "Laubsauger mit Pilzfilter" nachzudenken. Vielleicht gibt es einen Hersteller, der seine Anregung aufgreift. Geräte mit Wasserfilter gibt es ja schon. Was alles bei dieser Exkursion gefunden wurde, können Sie in einer ausführlichen Fundliste nachlesen.
20.10.2009 Beobachtung bei einer Pilzwanderung im Frankfurter Stadtwald: so gut wie keine Pilze auf dem Waldboden, wo im Oktober normalerweise massenhaft Milchlinge (und viele andere Arten) wachsen müssten. Drei Exemplare des Süßlichen Milchlings Lactarius subdulcis wurden dann doch noch gefunden, und zwar in einer geräumigen Höhlung eines Baumstumpfs, in der sie sich kuschelig aneinander geschmiegt vor der sibirischen Kälte geschützt zu voller Größe entwickeln konnten. Dies zeigt wie auch der viel zu niedrige Wasserstand im Jakobiweiher das Dilemma der diesjährigen Pilzsaison auf: lange Trockenheit, dann ein paar Tage Regen, und unmittelbar danach ein zu dieser Jahreszeit noch nie erlebter Kälteeinbruch.

18.10.2009 Diese malerische goldgelbe Gruppe, gefasst in einem schön anzusehenden Rahmen, fand sich bei einem gemütlichen Sonntagsspaziergang durch den Park von Schloss Sanssouci in ca. 2,5 m Höhe an einem Buchenstamm. Leider war nur ein Mobiltelefon mit eingebauter Kamera zur Hand, das dem Motiv nicht annähernd gerecht wurde. Der Goldfellschüppling oder Hochthronende Schüppling Pholiota aurivella blieb an diesem Tag aber nicht die einzige wunderschöne Entdeckung, die ich in Potsdams romantischstem Park machte. Beim nächsten Mal werde ich sicher einen Fotoapparat dabei haben.
Vorkommen: von September bis November, häufig hoch am Stamm verschiedenener Laubbäume wachsend. (Dr. Markus Lang)

05.09.2009 Bei unserer Wanderung an der Dianaburg bei Darmstadt-Arheilgen (MTB 6018.3.3) wurde dieser Igel-Stachelbart Hericium erinaceum gefunden, der auch "Affenkopfpilz" genannt wird. In Japan und China ist er weit verbreitet, wird auch gezüchtet, in deutschen Wäldern dagegen muss er als echte Rarität gelten. In der traditionellen chinesischen Medizin spielt er eine wichtige Rolle, soll eine Vielzahl von Krankheiten und Beschwerden heilen und lindern und ausgezeichnet schmecken.
Zuvor hatten wir bereits am Kalkofenteich (MTB 6018.3.1) einige Wurzelnde Bitterröhrlinge Boletus radicans entdeckt. Mehr über diese Exkursion kann in einer ausführlichen Fundliste nachgelesen werden. (Dieter Gewalt)
22.08.2009 Am Buchrainweiher nahe Offenbach (MTB 5928.1.2) wurde der Igel-Wulstling Amanita solitaria gefunden. Der Pilz war jung, noch nicht aufgeschirmt und von einer großen Fraßstelle gezeichnet - aus diesem Grund leider kein lohnendes Fotomotiv. Einen Monat später am benachbarten Maunzenweiher hat´s dann aber geklappt (siehe Fundkorb-Eintrag).
09.08.2009 Am Maunzenweiher (MTB 5918.1.2) bei einer FundGroup-Wanderung gefunden: etliche Wurzelnde Bitterröhrlinge Boletus radicans in allen Entwicklungsstadien. Mehr darüber in der Fundliste.
D i e t z e n b a c h u n d P i l z e
- das hat seit Jahren Tradition und dafür gibt es gute Gründe. Die Kreisstadt liegt mitten im größten zusammen-hängenden Waldgebiet der Region und die Volkshochschule Dietzenbach bietet regelmäßig Praktische Pilzseminare an. Die finden nicht etwa in einer Schule statt, sondern da, wo Pilze wachsen - im Wald. Bei mindestens fünf Exkursionen lernen die Teilnehmer die wichtigsten Speise- und Giftpilze an ihren natürlichen Wuchsorten kennen und erfahren Wissenswertes zum Thema. Der diesjährige Kurs ist ausgebucht - wer Interesse hat, sollte seine Teilnahme fürs nächste Jahr vormerken.
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Pilzfreunden wird von der Stadt Dietzenbach ein unvergleichlicher Service geboten. Mit deutlich sichtbaren Hinweisschildern macht das Verkehrsamt auf besonders interessante Pilzvorkommen aufmerksam. Der weiße Pfeil auf blauem Grund zeigt exakt auf die Stelle, wo 2002 der seltene Büschelige Egerlingsschirmling Leucoagaricus americanus gefunden worden ist, möglicherweise zum ersten Mal in Hessen. Mehr darüber im Fundkorb.
Pilz des Jahres 2010 ist der Blaugestiefelte Schleimkopf Cortinarius (Myx.) praestans, auch Schleiereule genannt, ein prachtvoller und stattlicher Pilz, der zu den stark gefährdeten Arten zählt. Im Verbreitungsatlas ist für Hessen nur ein Fundpunkt verzeichnet, der im westlichen Taunus liegt. Vermutlich haben ihn die wenigsten Pilzfreunde aus dem Rhein-Main-Gebiet jemals zu Gesicht bekommen.

Pilz des Jahres 2009 ist der Blaue Farbrindenpilz Terana caerulea (vormals Pulcherricium caeruleum). Das Foto der seltenen und auffallend gefärbten Art wurde von unserem Adelbert-Ricken-Preisträger Thomas Lehr an der Wiesenmühle bei Flörsheim aufgenommen. Mehr über diesen Pilz im Fundkorb.

Pilz des Jahres 2008 war Boletus aereus, der Bronzeröhrling, auch Schwarzhütiger Steinpilz genannt. Seine Wahl dürfte damals von Pilzfreunden begrüßt worden sein, handelt es sich doch um einen stattlichen, äußerst attraktiven Röhrling, der vom Aussterben bedroht ist und in der Roten Liste gefährdeter Arten geführt wird. Im Rhein-Main-Gebiet ist er von etlichen Fundstellen bekannt, an denen er zumeist standorttreu seit vielen Jahren erscheint. >>>

Pilz des Jahres 2007 war übrigens die Orangegelbe Puppenkernkeule Cordyceps militaris, die in unserem Beobachtungsgebiet zu einer kleinen Berühmtheit geworden ist. (Mehr...)
Über Sinn und Unsinn von Sammelbeschränkungen wird unter Pilzfreunden viel und kontrovers diskutiert. Lesen Sie, was der Freiburger Biologe Helgo Bran dazu meint >>>
G i f t p i l z e i n d e r K l e i n m a r k t h a l l e
Dass der Grünling (Tricholoma equestre), einst ein beliebter Speisepilz, bei wiederholtem Genuss die gefährliche Rhabdomyolyse verursachen kann (mehrere Todesfälle u. a. in Frankreich), hat sich inzwischen herumgesprochen. Nicht erst seit seiner Einstufung als Giftpilz darf er nicht mehr als Marktpilz gehandelt werden: als bedrohte Art, die in der Bundesartenschutzverordnung geführt wird, unterliegt er schon länger einem strikten Sammelverbot. Umso verwunderlicher und beängstigender, was Florian Haas kürzlich in der Frankfurter Kleinmarkthalle und im Umgang mit dem Ordnungsamt erlebt hat... (mehr)
N e u i m F u n d k o r b :
Nidularia deformis - Foto: Thomas Lehr Myxomphalia maura - Foto: Dieter Gewalt
Zwei Pilze, die im Wald bei Waldacker gefunden wurden: der Vollgestopfte Nestling Nidularia deformis gehört zu den absoluten Raritäten und ist wegen seiner geringen Größe (ca. 5 bis 10 mm) nur schwer zu finden. Sie wuchsen auf einem Kiefernästchen. Um den Kohlennabeling (Myxomphalia maura) zu entdecken, muss man sich auf Brandstellen umsehen.
P i l z e i m F u n d k o r b :

Amanita caesarea - Foto: Thomas Lehr Dendrocollybia racemosa - Foto: Thomas Lehr
Bemerkenswerte Pilzfunde gehören in den Fundkorb! Dass der Kaiserling (Amanita caesarea, Foto und Link siehe oben) ein ganz besonderes High Light ist, bedarf keiner Erläuterung. Uns ist im RM-Gebiet nur ein Fundort bekannt, von dem auch die Abbildung stammt. Es wäre interessant zu erfahren, woher und von wem die beiden anderen Fundpunkte im Verbreitungsatlas gemeldet wurden. - Nicht weniger bemerkenswert ist ein Fund des Traubenstieligen Sklerotienrüblings Dendrocollybia racemosa vom Kalkbruch an der Wiesenmühle bei Flörsheim (wahrscheinlich Erstfund für Hessen). Lassen Sie sich nicht täuschen: es handelt sich um sehr kleine Pilzchen, deren Hüte kaum einen Zentimeter Durchmesser erreichen.
Auch zwei seltene Verwandte der Stinkmorchel (Ordnung Phallales) werden im Fundkorb vorgestellt, die an höchst unterschiedlichen, aber nahe beieinander liegenden Fundorten entdeckt worden sind. Der Gitterling Clathrus ruber wuchs im Frankfurter Grüneburgpark, der Eckigstielige Fingerpilz Lysurus mokusin wurde im nahen Palmengarten im Tropenhaus Nebelwald gefunden. Bei letzterem dürfte es sich um einen Erstfund für Deutschland handeln.

Clathrus ruber - Foto: Norbert Kühnberger Lysurus mokusin - Foto: Thomas Lehr
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