Polyporus ciliatus

Maiporling

Fr. 1815
Familie: Polyporaceae
© Dieter Gewalt
Synonym: Polyporus lepideus / Neuer Name: Lentinus substrictus
ciliatus = bewimpert

Die meisten Stielporlinge sind gekennzeichnet durch deutliche Gliederung in Hut und zentralen Stiel. Einige seitlich gestielte Arten sind inzwischen in neu geschaffene Gattungen überführt worden, während die zentral gestielten mit ihren typischen Vertretern Mai- und Winterporling in die Gattung Lentinus transferiert wurden, die bisher ausschließlich lamellige Arten enthielt. Laut Index fungorum ist dieser Transfer inzwischen rückgängig gemacht worden und der Maiporling darf wieder Polyporus lepideus genannt werden. Bei Wikipedia wird er tatsächlich immer noch (Stand 04.2024) als „Schuppiger Sägeblättling“ bezeichnet!

Der Maiporling ist ein typischer Frühjahrspilz, der ungefähr gleichzeitig mit den Morcheln erscheint. Seine zähfleischigen Hüte erreichen Durchmesser von 3 - 6 cm und sind graubraun gefärbt. Die Oberfläche fühlt sich fein samtig an und kann am Hutrand schwach bewimpert sein. Die helleren rundlichen Poren auf der Hutunterseite sind so winzig, dass sie mit bloßem Auge kaum erkennbar sind. Sein etwa gleich großer Doppelgänger, der Winterporling Polyporus brumalis, hat dagegen deutlich größere und oft leicht rhombisch geformte Poren, etwa 2 - 3 pro Millimeter.

Die Hutränder des Maiporlings sind oft wellig verbogen

Im pilzkundlichen Jahreskalender können sich beide Arten kurzzeitig begegnen, wenn die Vegetationsperiode des Winterporlings zu Ende geht und die des Maiporlings beginnt. Dann kann es sogar vorkommen, dass beide nebeneinander am gleichen Holz zu finden sind. Besiedelt werden Zweige, Äste und Stümpfe von Laubbäumen. Wegen ihrer zähen Konsistenz kommen weder Mai- noch Winterporling als Speisepilze in Betracht.

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 21. Februar 2022